GenoGyn-Newsletter 6/2018

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Neu! Gyn-for-life-Workshop: „Moderne Schwangerenvorsorge/Fetale Programmierung“ am 23. Juni 2018

Schwangerschaftserkrankungen vermeiden, das „fetal outcome“ verbessern und die Lebensgesundheit mithilfe der Erkenntnisse der Epigenetik steigern: Innovatives Know-how dafür vermittelt die GenoGyn in ihrem Workshop „Moderne Schwangerenvorsorge/ Fetale Programmierung“, der am 23. Juni 2018 erstmals in Köln an den Start geht. Die Fortbildungsveranstaltung für niedergelassene Frauenärzte und -ärztinnen beginnt unter der Moderation des GenoGyn-Vorstandsvorsitzenden, Dr. Jürgen Klinghammer, um 9.00 Uhr im Leonardo Royal Hotel am Stadtwald, Dürener Str. 287, 50935 Köln.

Der neue Workshop bietet praxisbezogene, direkt umsetzbare Handlungsempfehlungen auf Basis der aktuellen Erkenntnisse der Fetalen Programmierung, berücksichtigt Allergievermeidung, Bedeutung der Darm- und Mundflora sowie die orthomolekulare Therapie in der Schwangerschaft. Hauptreferenten sind GenoGyn-Vorstandsmitglied Dr. Edgar Leißling und Dr. Darius Jakubowski, der die „Intrauterine Prophylaxe der auditiven Wahrnehmungsstörungen aus Sicht eines Pränatalmediziners“ in den Fokus nimmt. Der Cytomegalievirus ist im Visier von Dr. med. Franz-Jürgen Tollmann, Facharzt für Laboratoriumsmedizin, für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie. Abrechnungsbeispiele und Selbstzahlerleistungen stehen ebenfalls auf der Agenda.

Mit ihrem Ausbildungskonzept „Gyn-for-life“ fördert die GenoGyn seit über zehn Jahren die konsequente Positionierung von Frauenärztinnen und -ärzten in der Präventionsmedizin: Die bewährte Zusatzqualifikation „Präventionsmedizin (GSAAM)“ gehört dazu und seit 2017 auch eine Reihe praxisbezogener Workshops. Sie vermitteln fundierte Kenntnisse, um die wissenschaftlichen Inhalte aus der Präventionsmedizin sowohl medizinisch als auch ökonomisch zielführend in die tägliche Praxis zu integrieren.

Programm fetale Programmierung am 23.06.2018

Anmeldung

Weitere Informationen und Anmeldungen auch bei Marion Weiss in der Geschäftsstelle unter Telefon 0221 / 94 05 05 390 oder per E-Mail an geschaeftsstelle@genogyn-rheinland.de

Schon in der Schwangerschaft – Frauenärzte der GenoGyn raten: Osteoporose lebenslang vorbeugen (02.05.2018)

Köln. Osteoporose ist eine unterschätzte Volkskrankheit: Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört Osteoporose zu den zehn bedeutendsten schweren Erkrankungen weltweit; allein in Deutschland sind bis zu acht Millionen Menschen betroffen. Vor allem ist Osteoporose Frauensache: Zu 80 Prozent leiden Frauen unter der systemischen Erkrankung des Skelettapparats, die unerträgliche Schmerzen, jährlich etwa 400.000 Frakturen, meist Schenkelhals- und Wirbelkörperbrüche, sowie Therapiekosten von rund neun Milliarden Euro im Gesundheitssystem verursacht. „Dennoch ist Osteoporose bis heute im Bewusstsein der meisten Menschen nicht angekommen. Aufklärung und öffentliche Wahrnehmung sind gefragt, denn übermäßiger Knochenschwund ist kein Schicksal, sondern eine Erkrankung, der wir in entscheidenden Lebensphasen erfolgreich vorbeugen können“, so Frauenarzt Dr. Jürgen Klinghammer, Vorstandsvorsitzender der Ärzteorganisation GenoGyn.

Osteoporose-Prophylaxe beim Frauenarzt? „Das klingt zunächst vielleicht ungewöhnlich, ist aber medizinisch sinnvoll, denn Orthopäden sehen die Patientinnen in der Regel frühestens, wenn Beschwerden oder sogar erst, wenn Frakturen eingetreten sind. Die für die Primärprävention der Osteoporose entscheidenden Lebensabschnitte begleitet dagegen der Frauenarzt“, sagt Dr. Klinghammer. So wird die Knochendichte etwa bis zum 30. Lebensjahr aufgebaut. Nach einer Balance zwischen Knochenaufbau  und -abbau überwiegt ab 40 der kontinuierliche Rückgang der Skelettmasse. Wer eine maximale Ausgangslage erreicht hat, kann den teilweise unvermeidbaren Abbau im späteren Leben besser verkraften.

Genau hier setzt Primärprävention an – und zwar bereits in Schwangerschaft und Stillzeit. „Über die fetale Programmierung betrifft ein Kalziummangel der werdenden Mutter auch den Fötus, denn der Organismus des ungeborenen Kindes benötigt ausreichend Kalzium und Vitamin D für den Skelettaufbau“, sagt der Kölner Frauenarzt. Besonders für vegan lebende Schwangere und Veganerinnen in der Stillzeit sei unter anderem eine reduzierte Kalziumaufnahme für den kindlichen Knochenaufbau problematisch.

In der Pubertät wird die Knochengesundheit häufig durch Essstörungen, starkes Unter- und Übergewicht, aber auch extremen Leistungssport gefährdet. Ebenfalls sollte in dieser Altergruppe über Kalziumräuber wie Fast Food oder phosphatreiche Erfrischungsgetränke aufgeklärt werden.

Nach den Wechseljahren leidet jede dritte Frau unter Osteoporose, jenseits der 70 ist jede Zweite betroffen. Hauptursache ist der Abfall des Östrogenspiegels. Die Frauenärzte der GenoGyn raten deshalb ab 40 Jahren zu einem Risiko-Screening mit einer ausführlichen Erhebung der Krankengeschichte, einer Blutuntersuchung und der sogenannten DXA-Knochendichtemessung als Goldstandard der Diagnose. „So können wir unsere Patientinnen, die bereits vor den Wechseljahren eine Osteopenie, also eine unterdurchschnittliche Knochendichte aufweisen, identifizieren und ihnen eine angemessene interdisziplinäre Therapie zukommen lassen“, sagt der GenoGyn-Vorstandsvorsitzende. Heute werden weniger als ein Viertel aller Osteoporose-Erkrankungen frühzeitig erkannt und adäquat behandelt.

Hormonmangel ist die häufigste Ursache für eine Osteoporose, aber auch andere Erkrankungen oder deren Behandlung mit bestimmten Medikamenten können eine sogenannte sekundäre Osteoporose verursachen. Dazu zählen chronische Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, Magersucht, Schilddrüsendysfunktion, rheumatisch-entzündlichen Erkrankungen, die häufig mit Kortison behandelt werden, das zu einer Abnahme der Knochendichte führt. Auch Antidepressiva, Antiepileptika, Zytostatika und Aromatasehemmer aus der Tumortherapie sowie Immunsupressiva, die etwa nach Organtransplantationen eingesetzt werden, wirken knochenschädigend.

Zu den bekannten Risikofaktoren für Osteoporose gehören Alter, Geschlecht, Veranlagung (Genetik) und ein ungesunder Lebensstil mit falscher Ernährung (Unter- und Übergewicht), Bewegungsmangel und Alkohol- sowie Nikotinkonsum.

Prävention und personalisierte Therapie der Osteoporose beinhalten immer eine knochenstarke Ernährung mit ausreichend Kalzium, Vitamin D und regelmäßige Bewegung mit Kraft- und Ausdauertraining. Ist die Erkrankung bereits fortgeschritten, werden bei der medikamentösen Behandlung heute überwiegend sogenannte Bisphosphonate verordnet.

„Lebenslange Prävention ist wichtiger denn je“, mahnt GenoGyn-Vorstand Dr. Jürgen Klinghammer. „Aufgrund der demographischen Entwicklung rechnen Experten, besonders in reichen Industrienationen, mit einer weiter wachsenden Zahl von Osteoporosepatienten und bis 2025 mit jährlichen Therapiekosten in Deutschland von rund elf Milliarden Euro. Wir brauchen gesellschaftliches Gehör für eine effektive Primärprävention der Osteoporose, wie sie auch und vor allem durch den Gynäkologen geleistet werden kann, denn unsere Patientinnen repräsentieren die größte Risikogruppe, die sich nahezu in jedem Lebensalter regelmäßig in unseren Praxen einstellt.“ Osteoporose ist deshalb auch Standardthema auf den Präventionsfortbildungen der GenoGyn für Frauenärzte (www.genogyn.de).

Weitere Informationen:
Pressestelle GenoGyn
Sabine Martina Glimm
Bettina-Cathrin Wahlers
Telefon: 040 / 79 00 59 38
E-Mail: genogyn@hansewort.de
Internet: www.genogyn.de

 

GenoGyn-Newsletter 5/2018

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Von Gewichtskontrolle bis Geburtsplanung – Frauenärzte der GenoGyn raten: Risiken später Schwangerschaften minimieren (27.03.2018)

Köln. Der gesellschaftliche Trend hält seit den 1970er Jahren an: Mütter werden immer älter. Längere Ausbildungszeiten, der Wunsch nach Karriere und finanzieller Sicherheit oder der fehlende Partner sind bekannte Gründe für das Verschieben der Familiengründung. Aber auch die Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin tragen dazu bei, dass der Kinderwunsch immer häufiger vertagt wird und die Zahl später Schwangerschaften zunimmt. Heute ist fast ein Viertel der Mütter in Deutschland bei der Geburt älter als 35 Jahre. Damit gilt ihre Schwangerschaft als eine Risikoschwangerschaft. Fünf Prozent der Mütter sind bereits über 40 Jahre. „Dank der modernen Schwangerschaftsvorsorge können wir die Risiken meist gut beherrschen. Dennoch sollten Frauen die Entscheidung für eine späte Schwangerschaft gut aufgeklärt treffen und wissen, dass die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen während der Schwangerschaft mit zunehmendem Alter steigt“, sagt Frauenarzt Prof. Dr. Friedrich Wolff aus dem Vorstand der Ärzteorganisation GenoGyn.

So ist vielen Frauen bei der Familienplanung nicht bewusst, dass die Fruchtbarkeit bereits ab 30 abnimmt. Ab 35 Jahren sinkt sie deutlich, und die Wahrscheinlichkeit, auf natürlichem Weg schwanger zu werden, geht ab 45 gegen Null.

Mit zunehmendem Alter der Mutter steigt die Rate der Fehlgeburten (Aborte) in der Frühschwangerschaft aufgrund von Chromosomenveränderungen oder Myomen. Auch Mehrlingsschwangerschaften, die per se risikoreicher sind, kommen in höherem Alter durch die Kinderwunschbehandlungen häufiger vor. Mütterliche Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Adipositas oder Diabetes mellitus Typ 2 nehmen ebenfalls mit steigendem Alter zu. Damit wiederum wächst die Gefahr von Schwangerschaftserkrankungen wie Gestationsdiabetes und Präeklampsie. „Schwangeren über 35 Jahren stehen deshalb in Deutschland zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen zu. Dazu gehören weitere Ultraschalluntersuchungen und die Aufklärung über das sogenannte Erst-Trimester-Screening, das die Ultraschalluntersuchung zur Messung der Nackentransparenz beinhaltet und mithilfe pränataler Diagnoseverfahren Hinweise auf eine mögliche Chromosomenstörung beim Baby geben kann“, so Prof. Wolff. Bei 25-jährigen Müttern ist statistisch 1 von 1.250 Kindern von einer Trisomie 21 betroffen, bei 35-jährigen 1 von 380 und bei 40-jährigen Müttern 1 von 109 Kindern.

An Schwangerschaftsdiabetes, medizinisch Gestationsdiabetes (GDM), erkranken heute 13,2 Prozent aller Schwangeren in Deutschland. Übergewicht, Adipositas und eben das Alter der Mütter sind Risikofaktoren für die Stoffwechselstörung. Unbehandelt können die erhöhten Blutzuckerwerte dazu führen, dass das Baby zu groß und zu schwer wird. Neben vermehrten Geburtskomplikationen drohen dem Neugeborenen Unterzuckerung, Gelbsucht und das Atemnotsyndrom sowie eine lebenslange Disposition zu Übergewicht und Diabetes. Jede zweite Frau nach einem GDM entwickelt zudem innerhalb von zehn Jahren einen manifesten Typ-2-Diabetes. „Eine gute Gewichtskontrolle in der Schwangerschaft ist deshalb für ältere Schwangere besonders wichtig“, so Prof. Wolff. Sie sollten nicht mehr als 15 Kilogramm zunehmen, um Entgleisungen des Blutzuckers zu vermeiden. „Beim Screening auf GDM zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche sollte unbedingt der sogenannte ‚75-Gramm-Diagnosetest’ verwendet werden, da mit dem in den Mutterschaftsrichtlinien dafür vorgesehenen ‚50 g Suchtest’ mindestens jeder fünfte Fall unerkannt bleibt“, so der Vorstandsvertreter der GenoGyn. Frauen, die eine späte Familiengründung planen, rät er zur Vermeidung eines GDM deshalb, schlank zu bleiben. Starkes Übergewicht vermindert zudem die Fruchtbarkeit und bedeutet ein höheres Risiko für Fehlbildungen des Kindes. Auch Geburtseinleitung und Kaiserschnitt sind bei Adipositas häufiger.

Das mütterliche Alter ist ebenfalls ein unabhängiger Risikofaktor für die gefürchtete Präeklampsie, die durch erhöhten Blutdruck, vermehrte Eiweißausscheidung im Urin sowie Wassereinlagerungen gekennzeichnet ist und Krampfanfälle oder eine vorzeitige Ablösung des Mutterkuchens verursachen und damit lebensbedrohliche Folgen für Mutter und Kind haben kann. „Dieser Schwangerschaftserkrankung kann man nicht vorbeugen“, erklärt Prof. Wolff. „Für die Früherkennung muss die Vorgeschichte der Patientin mit Blick auf familiäres Auftreten der Erkrankung, vorangehende Schwangerschaften und bestehende Erkrankungen genau erfasst werden. Eine Doppler-Ultraschalluntersuchung der Gebärmutterarterien zeigt typische Veränderungen für ein späteres Auftreten einer Präeklampsie. Gegebenenfalls kann ab der 13. Schwangerschaftswoche eine vorbeugende Behandlung mit Acetylsalicylsäure erfolgen.“ Biomarker (sFlt-1/PIGF-Quotient) aus dem mütterlichen Blut bieten heute bei Risikopatientinnen neue Diagnosemöglichkeiten zur Früherkennung der akuten oder drohenden Präeklampsie.

Auch und besonders im Vorfeld später Schwangerschaften empfehlen die Frauenärzte der GenoGyn die prophylaktische Einnahme von Folsäure, um vor allem Neuralrohr-Defekten vorzubeugen. „Vegane oder andere spezielle Ernährungsformen sollten unbedingt mit dem Frauenarzt besprochen werden, um mögliche Defizite etwa bei der Eiweißzufuhr auszugleichen“, sagt Prof. Wolff. Spätgebärenden rät der Kölner Frauenarzt zudem, sich wegen der erhöhten Geburtsrisiken und höheren Kaiserschnittrate eine Geburtsklinik mit medizinischer Maximalversorgung und angeschlossener Kinderstation auszusuchen, um etwaigen Komplikationen bestmöglich begegnen zu können.

Weitere Informationen:
Pressestelle GenoGyn
Sabine Martina Glimm
Bettina-Cathrin Wahlers
Telefon: 040 / 79 00 59 38
E-Mail: genogyn@hansewort.de
Internet: www.genogyn.de