Köln. Informieren, aufklären und die Patientenbindung zeitgemäß vertiefen: Mit ihrem neuen E-Mail-Newsletter für Patientinnen gibt die Ärzteorganisation GenoGyn niedergelassenen Frauenärztinnen und -ärzten ein innovatives Marketinginstrument an die Hand. Der fachspezifische Praxis-Newsletter „Gyn-for-life“ vermittelt vierteljährlich von Frauenärzten erstellte, werbefreie und verständliche Informationen rund um Gesundheit und Wohlbefinden. Er spricht Frauen in jeder Altersgruppe an und informiert in verschiedenen Rubriken über gynäkologische Themen, über Präventionsmedizin und sinnvolle privatärztliche Zusatzleistungen. In einem personalisierbaren Editorial können Frauenärzte außerdem Nachrichten aus ihrer Praxis senden und ihre Patientinnen über geänderte Sprechzeiten, Urlaub, einen Vortrag vor Ort oder neue Leistungen auf dem Laufenden halten. Der Praxis-Newsletter der GenoGyn kann ab sofort unter www.gynforlife.com angesehen und abonniert werden.

„Ob Handy, Tablet oder heimischer Rechner, unser Praxis-Newsletter stellt den digitalen Draht zu den Patientinnen her und fördert die ärztliche Medienpräsenz. Einmal abonniert, kann der niedergelassene Frauenarzt mit dem Mailing bei geringem Aufwand kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit leisten“, sagt GenoGyn-Vorstand Dr. Edgar Leißling, der den E-Mail-Letter initiiert und umgesetzt hat. Inhaltlich verfolgt die GenoGyn einen hohen Informationsanspruch. „Leserinnen erhalten den schnellen Zugang zu relevanten gynäkologischen Themen, wir klären über die Möglichkeiten moderner Präventionsmedizin etwa mit der HPV-Impfung oder bei der Prophylaxe einer Osteoporose auf. Wir informieren zum Beispiel über zeitgemäße Schwangerenvorsorge unter Berücksichtigung aktueller Erkenntnisse der Epigenetik und stellen sinnvolle Selbstzahlerleistungen vor.“ Sechs verschiedene Rubriken decken das Informationsbedürfnis junger Mädchen ebenso wie das der älteren Frau. Vorinformierte und interessierte Patientinnen bedeuteten zudem mehr Zeit für den Arzt, so der niedergelassene Gynäkologe und Experte für Ernährungsmedizin weiter.

Jeweils zum Beginn des Quartals steht der aktuelle E-Mail-Letter den Abonnenten versandfertig an ihre Patientinnen zur Verfügung. Mit diesem Angebot erweitert die GenoGyn ihr Praxiskonzept „Gyn-for-life“, das niedergelassene Frauenärztinnen und -ärzte mit Fortbildungen in Präventionsmedizin sowie Praxis- und Personalmanagement bei der konsequenten Positionierung als „Facharzt für die Frau“ mit dem Fokus auf personalisierter Frauenheilkunde unterstützt.

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Köln. Eine von 72 Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an Eierstockkrebs: Das Ovarialkarzinom ist nach Brustkrebs die häufigste tödliche gynäkologische Tumorerkrankung. Dennoch ist das öffentliche Bewusstsein für diese Erkrankung schwach ausgeprägt, wie eine Online-Umfrage jüngst ergeben hat. „Nach der internationalen Umfrage unter Frauen mit Ovarialkarzinom haben in Deutschland insgesamt 79,3 Prozent der Befragten vor ihrer Diagnose noch nie von Eierstockkrebs gehört oder zumindest nichts über die Erkrankung gewusst“, sagt Prof. Dr. Friedrich Wolff aus dem Vorstand der Ärzteorganisation GenoGyn. Angesichts dieses Informationsdefizits wollen die Frauenärzte der GenoGyn größere Anstrengungen zur Aufklärung anstoßen. Anlass dafür gibt auch die laufende Aktualisierung der S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren, die zu neuen Handlungsempfehlungen etwa bei der genetischen Beratung und innovativen Therapien kommt.

Das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, erhöht sich mit dem Alter. Die Erkrankungsraten steigen bis zum 85. Lebensjahr, doch jede 10. bis 20. Erkrankung betrifft auch Frauen unter 45 Jahren. Für Deutschland zählt das Robert Koch-Institut jährlich rund 7250 Neuerkrankungen. Als etablierter Risikofaktor gilt eine familiäre Häufung von Brust- und Eierstockkrebs, also die erbliche Vorbelastung, oft durch Verände­rungen in den Genen BRCA1 und BRCA2. Weitere Risikofaktoren sind Unfruchtbarkeit und starkes Übergewicht im Erwachsenenalter. „Auch eine hochdosierte langfristige Hormonbehandlung steht wie Rauchen, Diabetes oder andere Erkrankungen aus dem Formenkreis des metabolischen Syndroms in Verdacht, die Entstehung zu begünstigen“, so der Kölner Frauenarzt Prof. Dr. Wolff.

Eierstockkrebs entwickelt sich oft schnell und bleibt lange ohne eindeutige Symptome. Er wird in 75 Prozent der Fälle erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt. Laut Studienlage wird dennoch davon ausgegangen, dass 93 Prozent der Patientinnen bereits vor der Diagnose Symptome aufweisen. Charakteristisch sind Völlegefühl, Blähungen, Verdauungsprobleme, Zunahme des Bauchumfangs, häufigeres Wasserlassen und Beschwerden oder unklare Schmerzen im Bauchbereich. „Bei solchen unspezifischen Beschwerden, deren Leitsymptom meist eine Bauchwassersucht (Aszites) ist, sollten Frauen unverzüglich die Abklärung durch den Frauenarzt suchen. Insbesondere gilt das, wenn diese Symptome kombiniert auftreten und die Frauen älter als 50 Jahre sind oder eine familiäre Belastung für Eierstockkrebs haben“, sagt Prof. Wolff.

Die Realität sieht indes anders aus, wie die bereits erwähnte Online-Umfrage zeigt, die von der Patientenorganisation „World Ovarian Cancer Coalition“ unter 1531 Frauen mit Eierstockkrebs in 44 Ländern durchgeführt wurde. Danach waren in Deutschland nur 63,3 Prozent der Befragten nach dem Auftreten von Symptomen sofort zum Arzt gegangen.

„Eine effektive Früherkennung des Ovarialkarzinoms gibt es leider nicht. Studien konnten bislang keinen Effekt eines generellen Screenings mittels Ultraschalluntersuchung, der sogenannten transvaginalen Sonographie, oder Tumormarkerbestimmungen (CA 125) auf die Überlebensraten nachweisen“, sagt Prof. Wolff. „Frauen mit einem erhöhten familiären Risiko, sollen aber eine Beratung an einem ausgewiesenen Zentrum sowie eine genetische Testung angeboten werden. Für Patientinnen mit der Diagnose Eierstockkrebs empfiehlt die Leitlinie künftig die Aufklärung über das Risiko einer erblichen Erkrankung und die genetische Testung vor allem mit Blick auf die Angehörigen.“

Trotz der Limitierungen bei der Detektion von Eierstockkrebs betont GenoGyn-Vorstand Prof. Dr. Friedrich Wolff die Bedeutung der individuellen Früherkennung durch die gesetzlich vorgesehene jährliche Tastuntersuchung des inneren Genitales und das Abtasten der Eierstöcke sowie die ärztliche Aufklärung, insbesondere über die transvaginale Sonographie (TVS). Ihr wird in der Leitlinie schon aufgrund der breiten Verfügbarkeit die größte Bedeutung bei der Diagnostik des Ovarialkarzinoms attestiert. „Es gibt zwar keine evidenzbasierte Empfehlung zur Früherkennung mit Ultraschall und/oder CA-125-Bestimmung, aber auch die Leitlinie sieht erneut Hinweise auf eine Verschiebung der Tumorstadien zugunsten der Frühstadien und eine Verbesserung der Prognose sowie die Möglichkeit, durch einen stringenten Untersuchungs-Algorithmus bei auffälligen Befunden die Falsch-Positiv-Rate zu vermindern“, so Prof. Wolff. Das ist besonders wichtig, da die Diagnose Eierstockkrebs üblicherweise erst durch die Operation gesichert wird. „Gut aufgeklärt, kann die Patientin im Einzelfall erheblich von der Vaginalsonografie profitieren“, resümiert der Vertreter der GenoGyn. Als Früherkennungsuntersuchung wird die TVS allerdings nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Experten sind zuversichtlich, dass Fortschritte bei der Behandlung des Ovarialkarzinoms etwa durch neue Chemotherapien und Antikörperbehandlungen oder den in der Leitlinienaktualisierung modifizierten Einsatz sogenannter PARP-Inhibitoren beim Rezidiv dazu beitragen werden, die bisherige relative 5-Jahres-Überlebensrate von etwa 41 Prozent deutlich zu verbessern. „Damit gewinnen Aufklärung und Früherkennung weiter an Bedeutung“, sagt Frauenarzt Wolff.

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Köln. Individualisierte Prävention statt Reparaturmedizin: Nach dieser Devise macht sich die Ärzteorganisation GenoGyn seit Jahren für die Präventionsmedizin stark, besonders auch mit ihren zertifizierten Fortbildungen für Frauenärztinnen und -ärzte. Die Ausbildungsstaffel 2019 findet in zwei Blöcken am 25. und 26. Januar sowie am 22. und 23. Februar 2019 in Köln statt und fasst relevante Erkenntnisse der modernen Präventionsmedizin aus verschiedenen medizinischen Disziplinen in kompakter Form zusammen. Fast 400 meist niedergelassene Ärzte haben dieses Fortbildungsangebot der ärztlichen Genossenschaft GenoGyn in den vergangenen Jahren bereits wahrgenommen.

„Primärprävention kann chronischen Zivilisationskrankheiten wie Adipositas, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen, Lebensqualität im Alter erhalten und Kosten im Gesundheitswesen verringern. Unser Wissen um Lebensstileinflüsse, oxidative Belastung, chronisch niederschwellige Entzündungsprozesse, Hormonmangel oder die genetische Disposition wächst stetig und ermöglicht jenseits der Reparaturmedizin eine mehr und mehr individualisierte Prävention, Diagnostik und Therapie“, sagt Dr. Jürgen Klinghammer, Vorstandsvorsitzender der GenoGyn, die als Interessenvertretung von über 600 Frauenärztinnen und -ärzten die Stärkung von Qualität und Wirtschaftlichkeit gynäkologischer Praxen verfolgt.

Die zertifizierte Fortbildung in Präventionsmedizin, inzwischen die elfte Auflage, führt die GenoGyn gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Anti-Aging Medizin e.V. (GSAAM) durch. Die interdisziplinäre Veranstaltung berücksichtigt präventionsmedizinische Erkenntnisse u.a. aus der Frauenheilkunde, der Mikrobiologie, Epidemiologie und Kardiologie, der Radiologie, Dermatologie, Gefäßmedizin, Osteologie und Ernährungsmedizin, der Sportwissenschaften und Schlafmedizin und ist mit 29 CME-Punkten zertifiziert.

Sowohl Dr. Klinghammer als auch GSAAM-Präsident Prof. Dr. Bernd Kleine-Gunk zählen zum Team der dreizehn renommierten Referenten, die durch die innovative Fortbildung führen. Das Themenspektrum ist weit gespannt und reicht von fetaler Programmierung über kardiovaskuläre Prävention und Bewegungs- sowie Adipositastherapie bis hin zur Prävention oft altersassoziierter Erkrankungen wie Osteoporose und Neurodegeneration. Angesichts neuer Erkenntnisse und aktueller Entwicklungen etwa zur HPV-Impfung steht zudem ein Impf-Update auf dem Programm. Die Umsetzung der Präventionsmedizin in die tägliche Praxis vermittelt der bekannte Kieler Unternehmensberater Jan Ackermann von JA medical management.

Die Ausbildungsstaffel 2019 kann mit dem Zertifikat „Pra?ventionsmedizin (GSAAM)“ abgeschlossen werden. Darüber hinaus bietet die GenoGyn im Rahmen ihres Fortbildungs-Konzeptes „Gyn-for-life: Präventionsmedizin für die Praxis“ regelmäßig weiterführende praxisorientierte Workshops an. „Mit diesem Fortbildungszyklus fördert die GenoGyn die konsequente Positionierung der Kolleginnen und Kollegen in der Präventionsmedizin“, so Frauenarzt Dr. Jürgen Klinghammer.

Veranstaltungsort für die Ausbildungsstaffel 2019 ist das Mercure Hotel Köln City in der Friesenstraße 44-48 in 50670 Köln. Programm und Anmeldung finden Interessierte hier auf der Homepage der GenoGyn. 

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Köln. Gereizte oder juckende Scheidenschleimhaut mit Blasenbeschwerden, Brennen beim Wasserlassen sowie Beschwerden und Schmerzen oder sogar Blutungen beim Verkehr: Scheidentrockenheit hat äußerst unangenehme Folgen und ist, besonders nach den Wechseljahren, ein häufiges Phänomen. „Nach der Menopause leidet etwa jede zweite Frau unter dem sogenannten urogenitalen Menopausen-Syndrom, aber nur wenige bekommen eine adäquate Therapie“, sagt Frauenarzt Prof. Dr. Friedrich Wolff aus dem Vorstand der ärztlichen Genossenschaft GenoGyn. Laut einer aktuellen Studie der Nordamerikanischen Menopause-Gesellschaft spricht über die Hälfte der Frauen nicht mit einem Arzt über die Problematik; behandeln lassen sich demnach weniger als vier Prozent der Betroffenen. „Auch in Deutschland  erleben wir es täglich in der Praxis, dass die betroffen Frauen oft erst auf Nachfrage über entsprechende Beschwerden berichten. Da wir prinzipiell über gute Behandlungsoptionen verfügen, ist es umso wichtiger, das Tabu zu brechen und die vaginale Trockenheit bei Frauen und bei Frauenärzten in den Fokus zu rücken“, so der Kölner Gynäkologe.

Ursache des urogenitalen Menopausen-Syndroms ist die abnehmende Östrogenproduktion im Laufe des Klimakteriums: Durch den natürlichen Östrogenentzug wird die Vaginalschleimhaut blass, dünn und verliert an Elastizität. Die Vaginalflora verändert sich, der pH-Wert in der Scheide steigt auf über 5, Durchblutung und Sekretion nehmen ab und kleinste Verletzungen (Fissuren), Infektionen und damit einhergehende Schmerzen werden häufiger. „Grundsätzlich kann Scheidentrockenheit aber in jeder Lebensphase auftreten, denn der Östrogenspiegel kann ebenso durch hormonelle Verhütungsmittel, während der Stillzeit und infolge einer operativen Entfernung der Eierstöcke sinken“, sagt Prof. Wolff. Auch als Begleitsymptom von Diabetes mellitus, Hypertonie, Multipler Sklerose, Endometriose bzw. deren hormoneller Therapie und des Sjögren-Syndroms, von Chemotherapie, Bestrahlung und Antihormontherapie bei bestimmten Krebserkrankungen kann vaginale Trockenheit auftreten. Psychische Gründe wie mangelnde Libido, fehlendes Vorspiel, Schamgefühl und sexuelle Funktionsstörungen können ebenso wie Stress und Depression ursächlich sein. Aber auch übertriebene Intimhygiene sowie starker Konsum von Alkohol und Zigaretten können Scheidentrockenheit hervorrufen.

„Behandlungsoptionen sind zunächst der Einsatz von Feuchtigkeitscremes oder -zäpfchen sowie die Regeneration des Scheidenepithels mit Milchsäure in Form von Vaginalzäpfen mit Laktobakterien, die ein natürliches, leicht saures Scheidenmilieu erzeugen. Bei anhaltenden sowie moderaten bis schweren Symptomen ist unter Abwägung des Risikoprofils der Patientin die Gabe von natürlichem Östrogen in Form von lokal wirksamem Östriol eine effektive Therapieoption. Daneben ist den Patientinnen die Anwendung von Gleitcremes oder Gelen vor dem Verkehr unbedingt zu empfehlen“, so GenoGyn-Vorstand Prof. Wolff.

Für Frauen, die eine Behandlung mit Hormonen ablehnen oder für onkologische Patientinnen, bei denen eine Therapie mit Östrogenen kontraindiziert ist, rückt mit der Laserbehandlung derzeit eine weitere nicht-hormonelle Behandlungsmöglichkeit in die Diskussion. „Mit dem Vaginal-Laser sollen Symptome der vaginalen Atrophie, des vaginalen Relaxationssyndroms, das durch den Verlust von Elastizität und Spannkraft der Scheide gekennzeichnet ist, der Harninkontinenz, der sexuellen Dysfunktion und von Vulva-Läsionen verbessert werden“, sagt Dr. Hans-Jörg Fröhlich, Frauenarzt und Aufsichtsratsmitglied der GenoGyn. „Die aktuelle Datenlage zur Lasertherapie beim urogenitalen Menopausen-Syndrom wird zwar als erfolgversprechend beurteilt, dennoch sind weitere randomisierte kontrollierte Studien notwendig, um die Wirksamkeit des Vaginal-Lasers zuverlässig beurteilen zu können“, so der Gynäkologe aus Engelskirchen weiter.

„Angesichts der zahlreichen und effektiven Behandlungsmöglichkeiten bei vaginaler Trockenheit appellieren wir an die betroffenen Frauen, Schmerzen und den Verlust von Lebensqualität nicht hinzunehmen, sondern sich ihren Gynäkologen mitzuteilen und behandeln zu lassen“, resümiert Prof. Dr. Friedrich Wolff für die Ärzteorganisation GenoGyn.

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Köln. Osteoporose ist eine unterschätzte Volkskrankheit: Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört Osteoporose zu den zehn bedeutendsten schweren Erkrankungen weltweit; allein in Deutschland sind bis zu acht Millionen Menschen betroffen. Vor allem ist Osteoporose Frauensache: Zu 80 Prozent leiden Frauen unter der systemischen Erkrankung des Skelettapparats, die unerträgliche Schmerzen, jährlich etwa 400.000 Frakturen, meist Schenkelhals- und Wirbelkörperbrüche, sowie Therapiekosten von rund neun Milliarden Euro im Gesundheitssystem verursacht. „Dennoch ist Osteoporose bis heute im Bewusstsein der meisten Menschen nicht angekommen. Aufklärung und öffentliche Wahrnehmung sind gefragt, denn übermäßiger Knochenschwund ist kein Schicksal, sondern eine Erkrankung, der wir in entscheidenden Lebensphasen erfolgreich vorbeugen können“, so Frauenarzt Dr. Jürgen Klinghammer, Vorstandsvorsitzender der Ärzteorganisation GenoGyn.

Osteoporose-Prophylaxe beim Frauenarzt? „Das klingt zunächst vielleicht ungewöhnlich, ist aber medizinisch sinnvoll, denn Orthopäden sehen die Patientinnen in der Regel frühestens, wenn Beschwerden oder sogar erst, wenn Frakturen eingetreten sind. Die für die Primärprävention der Osteoporose entscheidenden Lebensabschnitte begleitet dagegen der Frauenarzt“, sagt Dr. Klinghammer. So wird die Knochendichte etwa bis zum 30. Lebensjahr aufgebaut. Nach einer Balance zwischen Knochenaufbau  und -abbau überwiegt ab 40 der kontinuierliche Rückgang der Skelettmasse. Wer eine maximale Ausgangslage erreicht hat, kann den teilweise unvermeidbaren Abbau im späteren Leben besser verkraften.

Genau hier setzt Primärprävention an – und zwar bereits in Schwangerschaft und Stillzeit. „Über die fetale Programmierung betrifft ein Kalziummangel der werdenden Mutter auch den Fötus, denn der Organismus des ungeborenen Kindes benötigt ausreichend Kalzium und Vitamin D für den Skelettaufbau“, sagt der Kölner Frauenarzt. Besonders für vegan lebende Schwangere und Veganerinnen in der Stillzeit sei unter anderem eine reduzierte Kalziumaufnahme für den kindlichen Knochenaufbau problematisch.

In der Pubertät wird die Knochengesundheit häufig durch Essstörungen, starkes Unter- und Übergewicht, aber auch extremen Leistungssport gefährdet. Ebenfalls sollte in dieser Altergruppe über Kalziumräuber wie Fast Food oder phosphatreiche Erfrischungsgetränke aufgeklärt werden.

Nach den Wechseljahren leidet jede dritte Frau unter Osteoporose, jenseits der 70 ist jede Zweite betroffen. Hauptursache ist der Abfall des Östrogenspiegels. Die Frauenärzte der GenoGyn raten deshalb ab 40 Jahren zu einem Risiko-Screening mit einer ausführlichen Erhebung der Krankengeschichte, einer Blutuntersuchung und der sogenannten DXA-Knochendichtemessung als Goldstandard der Diagnose. „So können wir unsere Patientinnen, die bereits vor den Wechseljahren eine Osteopenie, also eine unterdurchschnittliche Knochendichte aufweisen, identifizieren und ihnen eine angemessene interdisziplinäre Therapie zukommen lassen“, sagt der GenoGyn-Vorstandsvorsitzende. Heute werden weniger als ein Viertel aller Osteoporose-Erkrankungen frühzeitig erkannt und adäquat behandelt.

Hormonmangel ist die häufigste Ursache für eine Osteoporose, aber auch andere Erkrankungen oder deren Behandlung mit bestimmten Medikamenten können eine sogenannte sekundäre Osteoporose verursachen. Dazu zählen chronische Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, Magersucht, Schilddrüsendysfunktion, rheumatisch-entzündlichen Erkrankungen, die häufig mit Kortison behandelt werden, das zu einer Abnahme der Knochendichte führt. Auch Antidepressiva, Antiepileptika, Zytostatika und Aromatasehemmer aus der Tumortherapie sowie Immunsupressiva, die etwa nach Organtransplantationen eingesetzt werden, wirken knochenschädigend.

Zu den bekannten Risikofaktoren für Osteoporose gehören Alter, Geschlecht, Veranlagung (Genetik) und ein ungesunder Lebensstil mit falscher Ernährung (Unter- und Übergewicht), Bewegungsmangel und Alkohol- sowie Nikotinkonsum.

Prävention und personalisierte Therapie der Osteoporose beinhalten immer eine knochenstarke Ernährung mit ausreichend Kalzium, Vitamin D und regelmäßige Bewegung mit Kraft- und Ausdauertraining. Ist die Erkrankung bereits fortgeschritten, werden bei der medikamentösen Behandlung heute überwiegend sogenannte Bisphosphonate verordnet.

„Lebenslange Prävention ist wichtiger denn je“, mahnt GenoGyn-Vorstand Dr. Jürgen Klinghammer. „Aufgrund der demographischen Entwicklung rechnen Experten, besonders in reichen Industrienationen, mit einer weiter wachsenden Zahl von Osteoporosepatienten und bis 2025 mit jährlichen Therapiekosten in Deutschland von rund elf Milliarden Euro. Wir brauchen gesellschaftliches Gehör für eine effektive Primärprävention der Osteoporose, wie sie auch und vor allem durch den Gynäkologen geleistet werden kann, denn unsere Patientinnen repräsentieren die größte Risikogruppe, die sich nahezu in jedem Lebensalter regelmäßig in unseren Praxen einstellt.“ Osteoporose ist deshalb auch Standardthema auf den Präventionsfortbildungen der GenoGyn für Frauenärzte (www.genogyn.de).

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Köln. Der gesellschaftliche Trend hält seit den 1970er Jahren an: Mütter werden immer älter. Längere Ausbildungszeiten, der Wunsch nach Karriere und finanzieller Sicherheit oder der fehlende Partner sind bekannte Gründe für das Verschieben der Familiengründung. Aber auch die Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin tragen dazu bei, dass der Kinderwunsch immer häufiger vertagt wird und die Zahl später Schwangerschaften zunimmt. Heute ist fast ein Viertel der Mütter in Deutschland bei der Geburt älter als 35 Jahre. Damit gilt ihre Schwangerschaft als eine Risikoschwangerschaft. Fünf Prozent der Mütter sind bereits über 40 Jahre. „Dank der modernen Schwangerschaftsvorsorge können wir die Risiken meist gut beherrschen. Dennoch sollten Frauen die Entscheidung für eine späte Schwangerschaft gut aufgeklärt treffen und wissen, dass die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen während der Schwangerschaft mit zunehmendem Alter steigt“, sagt Frauenarzt Prof. Dr. Friedrich Wolff aus dem Vorstand der Ärzteorganisation GenoGyn.

So ist vielen Frauen bei der Familienplanung nicht bewusst, dass die Fruchtbarkeit bereits ab 30 abnimmt. Ab 35 Jahren sinkt sie deutlich, und die Wahrscheinlichkeit, auf natürlichem Weg schwanger zu werden, geht ab 45 gegen Null.

Mit zunehmendem Alter der Mutter steigt die Rate der Fehlgeburten (Aborte) in der Frühschwangerschaft aufgrund von Chromosomenveränderungen oder Myomen. Auch Mehrlingsschwangerschaften, die per se risikoreicher sind, kommen in höherem Alter durch die Kinderwunschbehandlungen häufiger vor. Mütterliche Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Adipositas oder Diabetes mellitus Typ 2 nehmen ebenfalls mit steigendem Alter zu. Damit wiederum wächst die Gefahr von Schwangerschaftserkrankungen wie Gestationsdiabetes und Präeklampsie. „Schwangeren über 35 Jahren stehen deshalb in Deutschland zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen zu. Dazu gehören weitere Ultraschalluntersuchungen und die Aufklärung über das sogenannte Erst-Trimester-Screening, das die Ultraschalluntersuchung zur Messung der Nackentransparenz beinhaltet und mithilfe pränataler Diagnoseverfahren Hinweise auf eine mögliche Chromosomenstörung beim Baby geben kann“, so Prof. Wolff. Bei 25-jährigen Müttern ist statistisch 1 von 1.250 Kindern von einer Trisomie 21 betroffen, bei 35-jährigen 1 von 380 und bei 40-jährigen Müttern 1 von 109 Kindern.

An Schwangerschaftsdiabetes, medizinisch Gestationsdiabetes (GDM), erkranken heute 13,2 Prozent aller Schwangeren in Deutschland. Übergewicht, Adipositas und eben das Alter der Mütter sind Risikofaktoren für die Stoffwechselstörung. Unbehandelt können die erhöhten Blutzuckerwerte dazu führen, dass das Baby zu groß und zu schwer wird. Neben vermehrten Geburtskomplikationen drohen dem Neugeborenen Unterzuckerung, Gelbsucht und das Atemnotsyndrom sowie eine lebenslange Disposition zu Übergewicht und Diabetes. Jede zweite Frau nach einem GDM entwickelt zudem innerhalb von zehn Jahren einen manifesten Typ-2-Diabetes. „Eine gute Gewichtskontrolle in der Schwangerschaft ist deshalb für ältere Schwangere besonders wichtig“, so Prof. Wolff. Sie sollten nicht mehr als 15 Kilogramm zunehmen, um Entgleisungen des Blutzuckers zu vermeiden. „Beim Screening auf GDM zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche sollte unbedingt der sogenannte ‚75-Gramm-Diagnosetest’ verwendet werden, da mit dem in den Mutterschaftsrichtlinien dafür vorgesehenen ‚50 g Suchtest’ mindestens jeder fünfte Fall unerkannt bleibt“, so der Vorstandsvertreter der GenoGyn. Frauen, die eine späte Familiengründung planen, rät er zur Vermeidung eines GDM deshalb, schlank zu bleiben. Starkes Übergewicht vermindert zudem die Fruchtbarkeit und bedeutet ein höheres Risiko für Fehlbildungen des Kindes. Auch Geburtseinleitung und Kaiserschnitt sind bei Adipositas häufiger.

Das mütterliche Alter ist ebenfalls ein unabhängiger Risikofaktor für die gefürchtete Präeklampsie, die durch erhöhten Blutdruck, vermehrte Eiweißausscheidung im Urin sowie Wassereinlagerungen gekennzeichnet ist und Krampfanfälle oder eine vorzeitige Ablösung des Mutterkuchens verursachen und damit lebensbedrohliche Folgen für Mutter und Kind haben kann. „Dieser Schwangerschaftserkrankung kann man nicht vorbeugen“, erklärt Prof. Wolff. „Für die Früherkennung muss die Vorgeschichte der Patientin mit Blick auf familiäres Auftreten der Erkrankung, vorangehende Schwangerschaften und bestehende Erkrankungen genau erfasst werden. Eine Doppler-Ultraschalluntersuchung der Gebärmutterarterien zeigt typische Veränderungen für ein späteres Auftreten einer Präeklampsie. Gegebenenfalls kann ab der 13. Schwangerschaftswoche eine vorbeugende Behandlung mit Acetylsalicylsäure erfolgen.“ Biomarker (sFlt-1/PIGF-Quotient) aus dem mütterlichen Blut bieten heute bei Risikopatientinnen neue Diagnosemöglichkeiten zur Früherkennung der akuten oder drohenden Präeklampsie.

Auch und besonders im Vorfeld später Schwangerschaften empfehlen die Frauenärzte der GenoGyn die prophylaktische Einnahme von Folsäure, um vor allem Neuralrohr-Defekten vorzubeugen. „Vegane oder andere spezielle Ernährungsformen sollten unbedingt mit dem Frauenarzt besprochen werden, um mögliche Defizite etwa bei der Eiweißzufuhr auszugleichen“, sagt Prof. Wolff. Spätgebärenden rät der Kölner Frauenarzt zudem, sich wegen der erhöhten Geburtsrisiken und höheren Kaiserschnittrate eine Geburtsklinik mit medizinischer Maximalversorgung und angeschlossener Kinderstation auszusuchen, um etwaigen Komplikationen bestmöglich begegnen zu können.

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Köln. Tausende Krebserkrankungen in Deutschland könnten durch eine Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) verhindert werden: Forscher des Robert Koch-Instituts (RKI) berechneten anhand des deutschen Krebsregisters für 2013 rund 7600 HPV-bedingte Krebserkrankungen; 6240 bei Frauen und 1360 bei Männern. Dennoch ist die Impfquote hierzulande niedrig. Laut aktueller Impfsurveillance von RKI und Kassenärztlicher Vereinigung waren 15-jährige Mädchen im Jahr 2015 nur zu rund 31 Prozent vollständig geimpft. „Uns Gynäkologen ist es deshalb wichtig, verstärkt auf die Impfung als bedeutenden Schutz gegen HPV-Infektionen und deren mögliche Folgen hinzuweisen“, sagt Dr. med. Jürgen Klinghammer, Vorstandsvorsitzender der Ärzteorganisation GenoGyn. Dabei betonen die Frauenärzte der GenoGyn, dass nicht nur junge Mädchen vor dem ersten Geschlechtsverkehr, sondern auch bereits sexuell aktive Frauen sowie Patientinnen mit einer Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs von der HPV-Impfung profitieren können.

Humane Papillomaviren sind die häufigsten sexuell übertragenen Viren. Mehr als 170 verschiedene HPV-Typen sind mittlerweile bekannt. Einige dieser Virustypen verursachen gutartige Haut- oder Genitalwarzen, andere sogenannte Hochrisikotypen können bösartige Zellveränderungen auslösen. Die Viren besiedeln die Schleimhäute, werden über Geschlechtsverkehr übertragen und können Krebserkrankungen von Vulva, Scheide, Penis oder After, bei Oralverkehr auch im Mund, Rachen und Kehlkopf hervorrufen. „Am häufigsten verursachen HP-Viren Gebärmutterhalskrebs. Rund 90 Prozent aller Gebärmutterhalskarzinome werden durch HPV ausgelöst, vorrangig durch die HPV-Typen 16 und 18“, sagt Frauenarzt Dr. Klinghammer. Kondome alleine bieten keinen 100-prozentigen Schutz, denn eine HPV-Infektion ist eine Kontaktinfektion, die auch durch Hautareale außerhalb des Kondoms übertragen werden kann.

Im Laufe seines Lebens infiziert sich fast jeder Mensch mit HPV. In aller Regel bleibt die Infektion unbemerkt und heilt ohne Behandlung aus. Bei einem geringen Teil der Infizierten kann das Immunsystem die Infektion nicht besiegen, sie bleibt bestehen und kann über Jahre Zellveränderungen hervorrufen, die sich über Krebsvorstufen zu Krebszellen entwickeln können. „Krebsvorstufen höheren Grades am Gebärmutterhals werden operativ mithilfe der sogenannten Konisation entfernt. Zahlreiche Frauen müssen sich in Deutschland jährlich diesem Eingriff unterziehen“, so Dr. Jürgen Klinghammer.

Weltweit haben Studien gezeigt, dass sich durch eine HPV-Impfung die Häufigkeit von HPV-Infektionen, die Neuerkrankungen an Genitalwarzen und die Rate von Zellveränderungen am Gebärmutterhals deutlich senken lassen. Auch das Risiko von Krebsvorstufen an Vulva und Vagina wird reduziert, ebenso das Risiko von Schleimhautveränderungen am Darmausgang.

Derzeit gibt es in Deutschland zwei Impfstoffe: den Zweifachimpfstoff Cervarix®, der vor den Hochrisikotypen HPV 16 und HPV 18 schützt sowie den Impfstoff Gardasil®9, der zusätzlich gegen die HP-Viren 6, 11, 31, 33, 45, 52 und 58 wirksam ist. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt bislang die Impfung für Mädchen im Alter zwischen 9 und 14 Jahren, also vor dem ersten Sexualkontakt. Nachholimpfungen sollten laut den Impfexperten bis zum 18. Lebensjahr erfolgen. In dieser Altersgruppe werden die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

„Doch von der HPV-Impfung profitieren auch ältere bereits sexuell aktive Frauen, besonders bei wechselnden Sexualpartnern. Selbst wenn das Immunsystem HP-Viren erfolgreich zurückdrängen konnte, ist jederzeit eine neue Infektion mit demselben oder einem anderen HPV-Typ möglich“, erklärt Frauenarzt Dr. Klinghammer. „Zudem kann eine Impfung nach einer Konisation laut Studienlage die Wiedererkrankungsrate um die Hälfte reduzieren. Sie wird von Frauenärzten empfohlen und ist in der S3-Leitlinie zur Impfprävention HPV-assoziierter Neoplasien berücksichtigt, allerdings nicht Teil der offiziellen STIKO-Empfehlung und damit nicht im Leistungskatalog der Kassen enthalten.“

Bislang müssen Frauen über 18 Jahre sowie Jungen und Männer die Impfkosten in den meisten Fällen selbst tragen. Da einige Versicherungen die knapp 500 Euro teure Impfung aber aus Kulanz übernehmen, ist die Nachfrage bei der Kasse in jedem Fall angeraten. „Wir appellieren an die Kassen, ihre Erstattungspraxis außerhalb der Schutzimpfungsrichtlinie entsprechend der aktuellen Datenlage zu HPV-bedingten Erkrankungen auszuweiten“, sagt GenoGyn-Vorstand Dr. Klinghammer. Eine Ausweitung der Impfempfehlung auch auf Jungen, die derzeit von der STIKO überprüft wird, ist für den Gynäkologen angesichts der bislang geringen Impfquoten bei Mädchen ein notwendiger Schritt, um die HPV-Last in der Bevölkerung zu reduzieren und unnötige HPV-bedingte Erkrankungen zu vermeiden.

Wichtig für die Impfaufklärung: Die HPV-Impfung ist kein Ersatz für die jährliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung beim Frauenarzt. Da es sehr viele Subtypen der HPV-Erreger gibt, kann eine Erkrankung trotz Impfung nicht zu 100 Prozent ausgeschlossen werden. Daher ist die Untersuchung auch für geimpfte Frauen nach wie vor eine wichtige Maßnahme, um Krebsvorstufen beziehungsweise eine mögliche Gebärmutterhalskrebserkrankung frühzeitig zu erkennen.

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Köln. Die Menschen in Deutschland werden immer dicker: Heute ist weit mehr als jeder Zweite übergewichtig, fast jeder vierte Erwachsene gilt nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) sogar als adipös. Die Ärzteorganisation GenoGyn ist seit Jahren in der Prävention dieser Entwicklung aktiv, die durch schwerwiegende Begleit- und Folgeerkrankungen nicht nur vielfaches persönliches Leid, sondern auch volkswirtschaftlichen Schaden verursacht. „Durch Übergewicht und Adipositas wird das deutsche Gesundheitssystem alljährlich mit zweistelligen Milliardenkosten belastet. Appelle zu ausgewogener Ernährung genügen hier nicht, wir brauchen endlich konkrete Maßnahmen“, fordert der GenoGyn-Vorstandsvorsitzende Dr. Jürgen Klinghammer. Vor diesem Hintergrund setzt die GenoGyn Hoffnung in Ergebnisse einer Studie, die in unterschiedlich hohen Steuersätzen für gesunde und kritische Lebensmittel einen wirkungsvollen Beitrag sieht, die stetige Zunahme von starkem Übergewicht zu stoppen.

In der u.a. von Deutscher Adipositas Gesellschaft und Deutscher Diabetes Gesellschaft beauftragten Studie wurden in Anlehnung an verschiedene Szenarien der sogenannten Lebensmittel-Ampel gestaffelte Mehrwertsteuersätze für Nahrungsmittel, besonders deren Auswirkungen auf das Konsumverhalten untersucht. Eine Variante: Obst und Gemüse werden von der Mehrwertsteuer befreit, andere Lebensmittel bleiben weiterhin bei sieben Prozent, stark zucker- oder fetthaltige Produkte werden mindestens mit 19, Softdrinks generell mit 29 Prozent besteuert. Die Studie kommt zu dem Fazit, dass höhere Preise infolge der modifizierten Steuersätze zu reduziertem Konsum führen, wodurch der Anteil stark übergewichtiger Menschen nicht weiter ansteigen werde, sondern um zehn Prozent sinken könne.

Sofern die Besteuerung nicht in kleinsten Schritten, sondern zügig und spürbar angepasst werde, sind nach Erkenntnis der Forscher ähnliche Resultate zu erwarten wie bei der Erhöhung der Tabaksteuer. Der Zigarettenkonsum sei im Gefolge um insgesamt ein Drittel zurückgegangen, besonders stark unter Jugendlichen.

Die Mehrwertsteuer-Staffelung für Lebensmittel fügt sich in eine Reihe von Forderungen ein, die die GenoGyn im Laufe ihrer langjährigen Präventionsarbeit gegen Übergewicht selbst erhoben hat. Dazu zählen die Einführung einer Zuckerabgabe, die Kennzeichnung von Lebensmitteln mit einem Ampelsystem sowie Werbebeschränkungen für besonders ungesunde Produkte. „Für die Umsetzung wäre der Gesetzgeber gefordert. Aber dort versanden konkrete Forderungen immer wieder, so dass sich der Verdacht fehlenden Handlungswillens aufdrängt“, so GenoGyn-Vorstand Dr. Klinghammer. Der Frauenarzt aus Köln weiter: „Die Gesundheit der Bevölkerung scheint der Politik hierzulande weniger am Herzen zu liegen als die Anliegen diverser Lobbygruppen.“ Die ärztliche Genossenschaft, die seit 2008 mit ihrer zertifizierten interdisziplinären Zusatzqualifikation „Präventionsmedizin GSAAM“ die Primärprävention in der gynäkologischen Praxis fördert, sieht die Politik durch die neue Studie unter verschärftem Handlungsdruck.

Die Hauptursachen für Übergewicht und Adipositas sind bekannt: „Neben genetischer Prädisposition wird bei zu geringer körperlicher Aktivität zu viel, zu fett, zu süß und zu salzig gegessen“, sagt Dr. Klinghammer. Die Folgen seien dramatisch. Zahlreiche Studien wiesen nach, dass Adipositas insgesamt mehr als 60 Begleiterkrankungen auslöse. Darunter sind neben orthopädischen Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates besonders Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zahlreiche Krebsarten sowie auch psychische Erkrankungen. In Bezug auf Krebserkrankungen haben Erwachsene, die bereits im Jugendalter einen zu hohen Körperfettanteil hatten, ein höheres Risiko, als jene, die erst in späteren Jahren Fett ansetzen. Bei Frauen im gebärfähigen Alter führt starkes Übergewicht immer öfter zu Zuckerkrankheit in der Schwangerschaft. Dieser Gestationsdiabetes mellitus zählt zu den häufigsten Komplikationen in der Schwangerschaft und birgt lebensbedrohliche Risiken für Mutter und Kind.


Weitere Informationen:
Pressestelle GenoGyn
Sabine Martina Glimm
Bettina-Cathrin Wahlers
Telefon: 040 / 79 00 59 38
E-Mail: genogyn@hansewort.de
Internet: www.genogyn.de

Köln. Die Influenzasaison 2016/2017 war schwerwiegend und die nächste Grippesaison steht vor der Tür: Die Frauenärzte der Ärzteorganisation GenoGyn raten ihren Patientinnen deshalb, in diesen Tagen die Grippeschutzimpfung unbedingt wahrzunehmen. Sie adressieren ihren Rat entsprechend der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut an über 60-Jährige, an Frauen mit erhöhtem Risiko sowie im Besonderen an Schwangere. „Gerade bei den schwangeren Frauen bedarf es noch immer verstärkter Impfaufklärung. Im Bundesdurchschnitt haben wir 2014 mit der Impfung lediglich 10,6 Prozent der werdenden Mütter erreicht, obwohl eine schwere Grippe das Risiko für eine Fehlgeburt erhöht“, sagt der Kölner Frauenarzt und geschäftsführende Vorstand der GenoGyn Dr. Jürgen Klinghammer.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die jährliche Grippeimpfung neben älteren Menschen über 60 Jahren vor allem Personen jeden Alters mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens wie Diabetes, Asthma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Menschen mit erhöhter Gefährdung in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr und medizinischem Personal. Auch allen Frauen, die während der Influenzasaison im Winter schwanger sind, empfiehlt die STIKO seit 2010 eine Grippeschutzimpfung: ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel, dem sogenannten Trimenon, sowie bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens ab dem 1. Trimenon.

„Mit 35 Prozent ist die Grippeimpfrate bei den über 60-Jährigen niedrig, bei den Schwangeren mit knapp elf Prozent sogar noch geringer“, sagt Dr. Klinghammer. Um die Akzeptanz bei Schwangeren zu erhöhen, warnt er vor bekannten Gefahren. „Weil sich das Immunsystem bei werdenden Müttern verändert, verlaufen Grippeinfektionen in der Schwangerschaft oft schwerer. Damit einher geht ein erhöhtes Risiko für vorzeitige Wehen, für Fehl- und Frühgeburten. Fieber und Immobilität steigern zudem die in der Schwangerschaft ohnehin erhöhte Gefahr für Thrombosen und Lungeembolien.“

Gesunden Schwangeren wird die Impfung ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel empfohlen. „Die Grippeimmunisierung ist in jedem Stadium der Schwangerschaft unbedenklich. Die Impfung ab dem vierten Monat soll vermeiden, dass die im ersten Trimenon häufiger auftretenden Spontan-Aborte irrtümlicherweise mit der Vakzination in Verbindung  gebracht werden“, erklärt der Kölner Frauenarzt.

Noch ein Grund spricht für eine Immunisierung in der Schwangerschaft: „Jede werdende Mutter sollte wissen, dass eine Grippeimpfung auch ihr Neugeborenes schützt, denn über die Plazenta werden Antikörper von der Mutter an den Embryo weitergegeben, die das Baby in den ersten Lebenswochen vor Influenza-Viren schützen.“ Sie stellen für Neu- und besonders für Frühgeborene eine ernsthafte bis lebensbedrohliche Infektion dar.

„Die beste Zeit für die Grippeimmunisierung ist jetzt, bevor die erste Erkrankungswelle ausbricht, denn nach der Impfung dauert es zehn bis 14 Tage bis der Körper einen wirksamen Schutz entwickelt hat“, sagt Dr. Klinghammer. Da sich die zirkulierenden Influenza-Viren immer wieder verändern und die Impfstoffe in jeder Grippesaison angepasst werden, muss die Impfung jährlich erneuert werden.

Um die Gefahr einer Influenza-Infektion zu verringern, raten auch die Frauenärzte der GenoGyn zusätzlich zur Grippeimpfung auf regelmäßiges Händewaschen mit Seife sowie auf Abstand zu erkrankten Personen zu achten.

Weitere Informationen:
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Köln. Um einer ungewollten Schwangerschaft vorzubeugen, gibt es eine Vielzahl an Verhütungsmethoden, die jeweils ihre Vorzüge haben, aber auch Nachteile mit sich bringen. Das ideale Verhütungsmittel gibt es nicht, denn zu verschieden sind die individuellen Voraussetzungen für die Nutzung. „Einige Methoden sind im statistischen Vergleich weniger zuverlässig als andere, manche erfordern bei der Anwendung größere Sorgfalt als andere und für einige müssen gesundheitliche Faktoren sowie bekannte Nebenwirkungen stärker berücksichtigt werden. In der persönlichen Beratung beim Frauenarzt gilt es deshalb, die individuell richtige Verhütungsmethode auszuwählen“, so Dr. Jürgen Klinghammer, Vorstandsvorsitzender der Ärztlichen Genossenschaft GenoGyn im Vorfeld des Weltverhütungstages am 26. September.

Rund 55 Prozent der Frauen, die verhüten, nehmen die Pille. Doch sie ist nicht alternativlos. „Die tägliche Praxis zeigt uns, dass es mehr Aufklärungsbedarf gibt als in Zeiten von Dr. Google anzunehmen wäre“, sagt der Kölner Frauenarzt. Die gängigen Verhütungsmethoden können fünf Kategorien zugeordnet werden. Die mechanische Verhütung, auch Barrieremethode genannt, verhindert physisch durch den Einsatz von Kondom, Spirale oder Diaphragma, dass männliche Spermien die Eizelle erreichen. Die hormonelle Methode, mit der Antibabypille als meistverwendetem Verhütungsmittel, verhindert den monatlichen weiblichen Eisprung und die Eireifung. Mit der operativen Methode ist in der Regel die Sterilisation bei Mann oder Frau gemeint. Bei chemischer Verhütung werden Spermien zum Beispiel durch wirkstoffhaltige Cremes, Gele oder Zäpfchen abgetötet, und die natürliche Verhütung setzt unter anderem auf Kalender und Thermometer, um die fruchtbaren Tage des Zyklus zu ermitteln. Letztere Verhütungsmethoden gelten als unsicher. Um die Sicherheit der einzelnen Verhütungsmethoden besser einschätzen zu können, hat sich der sogenannte Pearl-Index etabliert. Ein niedriger Pearl-Index signalisiert hohe Zuverlässigkeit der Verhütungsmethode.

„Bei der individuellen Verhütungsberatung werden Aspekte wie Alter, sexuelle Aktivität, Lebenssituation und weitere Lebensplanung sowie besonders auch gesundheitsrelevante Faktoren einbezogen. So ist etwa für eine hormonelle Verhütung die Berücksichtigung persönlicher Risiken – dazu zählt neben Übergewicht, Bluthochdruck und Cholesterin auch das Rauchen – unabdingbar. Zu klären wäre auch, ob die nötige Regelmäßigkeit einer Pilleneinnahme gewährleistet ist und ob überhaupt zusätzliches Östrogen vertragen wird. Eventuell könnte die östrogenfreie Minipille angezeigt sein“, sagt GenoGyn-Vorstand Dr. Klinghammer.

Der Gynäkologe sieht insbesondere für Frauen, die keinen Kinderwunsch mehr haben, in der mit Gestagen beschichteten Spirale eine sehr gute Alternative zur Pille. Sie ist unter anderem  für Frauen in den Wechseljahren und Raucherinnen empfohlen. „Therapeutische Vorteile sind geringere Blutungen und weniger Regelschmerz.“

Unabhängig vom Alter rät Dr. Klinghammer bei neuen oder wechselnden Sexualpartnern zu zusätzlichem Schutz durch Nutzung von Kondomen, um die Übertragung von HIV und Geschlechtskrankheiten zu verhindern. Empfohlen ist auch, die je nach Verhütungsmethode angezeigten Kontrolluntersuchungen beim Frauenarzt wahrzunehmen.

„Ist durch Anwendungsfehler, Durchfall oder Erbrechen eine Notfallverhütung mit der rezeptfreien ‚Pille danach’ erforderlich, sollte diese unbedingt von einem Frauenarzt begleitet werden, um Nebenwirkungen und zusätzlichen Empfängnisschutz bis zum Ende des Zyklus abzuklären“, appelliert der Kölner Gynäkologe. Bei stark übergewichtigen Frauen ist unter Umständen eine „Spirale danach“ angeraten, denn mit zunehmendem Körpergewicht sinkt die Sicherheit der „Pille danach“.